Tarifrunde Chemie 2018

Weil du es wert bist!

Das Motto der diesjährigen Tarifrunde in der Chemischen Industrie lautet: Weil du es wert bist! Damit soll zum Ausdruck kommen, dass die guten Ergebnisse bei Chemie und Pharma den hochmotivierten und gut qualifizierten Beschäftigten zu verdanken sind. Und deshalb sollten nicht nur die Manager an diesem hervorragenden Ergebnis angemessen beteiligt werden.

Wilfried Penshorn/IG BCE

Kundgebung in Rheinfelden Beschäftigte in Rheinfelden solidarisieren sich mit der IG-BCE-Forderung.

Ralf Wittmann, stellv. BR-Vorsitzender der Firma Evonik und Mitglied in der Bundestarifkommission Chemie: „Die wirtschaftlichen Zahlen sprechen für sich. Wer an der Weltspitze mitspielen will und die Aktionäre mit hohen Dividenden verwöhnt, muss auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein großes Stück vom Kuchen übriglassen. Wir haben überzeugende Argumente, während man bei den Chemie Arbeitgebern das Gefühl hat, sie wünschen sich einen Wirtschaftsabschwung herbei, damit sie mit ihrer Schwarzmalerei auch mal richtigliegen.“

Mit einer Forderung von 6 % und einer Anhebung des Urlaubsgeldes ist die IG BCE in die Tarifrunde gestartet. In den regionalen Runden und auch in der ersten Bundesverhandlung konnten sich die Arbeitgeber bisher nicht einmal zu einem Angebot durchringen.

Heiko Wodarkiewicz, BR-Vorsitzender der Firma BASF und Mitglied in der regionalen Tarifkommission Baden-Württemberg: „In den Großkonzernen erleben wir, dass Milliardenbeträge für Firmenübernahmen ausgegeben werden. Da sollte für die Beschäftigten genügend Spielraum vorhanden sein, um die Arbeitnehmer am Erfolg zu beteiligen. Das Durchschnittseinkommen eines DAX-Vorstandsvorsitzenden beträgt 7,4 Millionen Euro, d. h. bei einem durchschnittlichen Arbeitnehmer in der Chemischen Industrie mit 59.000 Euro ist es das 125-fache und gemessen am BASF-Vorstandsvorsitzenden mit 10,96 Mill. Euro das 185-fache. Da stellt sich die Frage nach der Wertigkeit. Und unsere
Antwort in Richtung Belegschaften lautet: Weil du es wert bist! Das gilt nicht nur für die Vorstände von Unternehmen.“

Klaus Keßner, stellv. BR-Vorsitzender der Firma DSM: „In jeder Tarifrunde erleben wir die gleichen Mechanismen. Die Lage ist zwar sehr gut, aber man weiß ja nie, was demnächst noch alles passieren wird, deshalb ist Vorsicht angesagt. Und im Übrigen wird in der Chemischen Industrie im Vergleich zu anderen Branchen schon spitzenmäßig verdient! Wir würden uns wünschen, dass bei einer Inflationsrate von 2 Prozent schon einmal ein erstes Angebot auf den Tisch gelegt wird, mit dem man etwas anfangen kann. Die Zeit dazu ist reif!“

IG-BCE-Bezirksleiter Wilfried Penshorn: „Die Forderung ist einfach strukturiert, da können die Arbeitgeber inhaltlich nicht überfordert sein. Sie müssen im Wettbewerb um die besten Fachkräfte erkennen, dass attraktive Arbeitsbedingungen, zu denen Entgelt und Urlaubsgeld gehören, einen wichtigen Vorteil bedeuten. Jeder Tag, den wir uns mit wehklagenden Arbeitgebervertretern beschäftigen müssen, ist ein verlorener Tag. Mutige Entscheidungen sind gefragt!“

 Die Zeit ist reif für einen zügigen Abschluss. Wir wollen kein langes Gezerre. Ein fairer Kompromiss ist machbar, dafür braucht man nicht wochenlange Verhandlungen! Nächste Woche sollte eine Entscheidung fallen!

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