URL dieser Seite: https://freiburg.igbce.de/-/wds

01.08.2014

Von: Désirée Binder

Berufswahl

Eltern spielen große Rolle

Seit Jahrzehnten haben sich die beliebtesten Berufe der Auszubildenden kaum verändert. Unter den Top 5 sind damals wie heute die Verkäuferin, der KFZ-Mechaniker und der Bürokaufmann. Bei den Lieblingsberufen der Jungen und Mädchen sieht es nicht anders aus. Aber woran liegt das, bei über 360 Ausbildungsberufen in Deutschland und was ist Jugendlichen im Beruf besonders wichtig?

ehrenberg-bilder - Fotolia.com

Ausbildung

Jungen werden Kfz-Mechatroniker und Mädchen Verkäuferin. Diese typische Berufswahl gibt es seit Jahren. Aus den Berufsbildungsberichten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geht hervor, dass sich seit 1979 das Verhalten der Jugendlichen bei der Berufswahl kaum geändert. Mädchen wollen immer noch lieber Verkäuferin oder Arzthelferin werden als Industriemechanikerin.

Andreas Beichler / BWH

Top 5 der neu abgeschlossenen Ausbildungsvertäge 1979 und 2013

Wie 1979 ist der Kfz-Mechaniker beziehungsweise der Kfz-Mechatroniker bei jungen Männern an erster Stelle, wenn es um die Berufswahl geht. „Es geht bei Lieblingsberufen nicht allein um individuelle Interessen, sondern auch darum, wie Jugendliche bei Stellenangeboten angesprochen werden“, sagt Angelika Puhlmann vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). „Ob die Berufsbezeichnung oder -beschreibung neutral ist oder geschlechterspezifisch.“

Mädchen konzentrieren sich bei ihrer Berufswahl auf eine engere Auswahl von Berufen als Jungen. 2013 verteilten sich rund 54 Prozent aller neuen weiblichen Auszubildenden auf zehn Berufe. Darunter ist kein naturwissenschaftlicher oder technischer Beruf. Bei den jungen Männern waren es nur rund 35 Prozent bei zehn Berufen. Bei vielen Mädchen ist deshalb der Ausbildungsberuf nicht der Wunschberuf. So gab nur jede Fünfte der Zahnarzthelferinnen beim Ausbildungsreport 2013 des DGB an, dass das auch ihr Traumjob ist.

Dabei ist der richtige Beruf eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt eine Ausbildung abzuschließen. Mehr als die Hälfte der Azubis die 2011 ihre Ausbildung nicht beendeten, begründeten das laut BIBB-Übergangsstudie 2011 damit, dass der Ausbildungsberuf nicht der Wunschberuf war.

Andreas Beichler / BWH

Die häufigsten Ausbildungsberufe 2013

Doch was beeinflusst die Jugendlichen in ihrer Wahl? Laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung von 2005 sind vor allem Kontakte zum Berufsfeld und die Arbeit der Eltern entscheidend. Je näher die Jugendlichen einem Beruf kommen, desto mehr beeinflusst er sie. Gerade Praktika oder Gespräche mit Beschäftigten sind wichtige Elemente. Auch die Eltern spielen noch eine sehr große Rolle, da die Jugendlichen ihnen in diesem Bereich Kompetenz einräumen. „Die Eltern sind der wichtigste Ansprechpartner, wenn es um die Berufswahl geht“, sagt Angelika Puhlmann. „Vor allem die Unterstützung auf dem Weg in den Beruf ist wichtig.“ Neben den Eltern ist auch das Internet für die Jugend sehr wichtig. Laut Bertelsmann-Studie hat es auf die jungen Leute einen größeren Einfluss als ihre Freunde oder Lehrer.

Bei den Kriterien für den richtigen Beruf scheinen sich junge Männer und Frauen sehr einig zu sein. „Spaß am Beruf ist das wichtigste Kriterium der Jugendlichen“, sagt Angelika Puhlmann.

Außerdem sehen die Jugendlichen laut Umfrage der Bertelsmann Stiftung kein Problem in der Wahl des richtigen Berufes. Vor allem Gymnasiasten und Studenten sind sich in ihrer Berufswahl sehr sicher. Je näher die Jugend der Berufswelt ist, desto sicherer ist die Wahl. Bei Schülern zweifelt noch jeder Dritte, bei Azubis ist es nur noch jeder Vierte und bei Beschäftigten einer von fünf.