Arbeitskreis der Chemie- und Pharmabetriebe am Hochrhein

Fachkräftenachwuchs muss gesichert werden

Von Heraklit stammt das berühmte Zitat: „Heute schon tun, woran andere erst morgen denken, denn nur beständig ist der Wandel.“ In diesem Sinne haben sich die Betriebsräte der Hochrheinbetriebe mit dem Thema Nachwuchssicherung befasst. Erfreulich ist immer noch, dass Betriebe wie Evonik, DSM oder GP Grenzach ein hohes Ausbildungsplatzniveau bewahrt haben und auch im September 2017 viele neue Auszubildende begrüßen.

IG BCE

Betriebsräte des AK Hochrhein

Betriebsratsvorsitzender der Firma DSM, Grenzach, Klaus Keßner: „Die demografische Entwicklung zwingt uns dazu, bereits heute notwendige Weichenstellungen vorzunehmen. Dabei stehen dann Kostendenken und Zukunftssicherung im Betrachtungsfeld der Unternehmensleitungen oft gegeneinander. Das macht Über-zeugungsarbeit nicht einfach. Wir konnten mit unseren Argumenten aber überzeugen.“

Der Betriebsratsvorsitzende der BASF, Heiko Wodarkiewicz kommt zu dem Schluss: „Wir sind bei der BASF noch nicht so weit. Die stattgefundenen Personalreduzierungen und ein verstärktes Kostendenken machen es schwierig, unsere Führung zu überzeugen, dass wir nicht mehr viel Zeit haben, um die tickende „Demografiebombe“ zu entschärfen.“

Die Betriebsräte stellten sich die Fragen, was getan werden könnte, um auch in Zukunft den Fachkräftebedarf für sehr anspruchsvolle Ausbildungsberufe zu decken. Vor allem, wenn der Konkurrenzkampf um den besten Nachwuchs schon entbrannt ist und die Demografie in den kommenden Jahren eine noch stärkere Herausforderung für die Betriebe bedeuten würde. Deshalb muss unter Umständen auch wieder auf Nachwuchskräfte aus anderen struktur-schwächeren Regionen zurückgegriffen werden. Und dieser Nachwuchs braucht dann Wohnungen. Ralf Wittmann, stellvertretender BR-Vorsitzender der Firma Evonik, Rheinfelden: „Für uns ist es heute schon schwierig, Fachpersonal und Führungskräfte zum Wechsel in diese Region zu bewegen. Zwar leben wir in einer wunderschönen Region mit viel Lebensqualität, aber einem Wohnungs-markt mit sehr hohen Preisen. Da wird es für einen Auszubildenden mit Ausbildungsvergütung schwierig, seine Ausbildung fern von seiner Heimat finanziell zu stemmen. Deshalb brauchen wir attraktive Angebote.“

Bezirksleiter Wilfried Penshorn: „Ich bin dankbar, dass wir uns auf Initiative des DSM-Betriebsrats auf den Weg machen, ein Thema wiederzubeleben, dass wir aus der Vergangenheit schon kennen. Als Shareholder Value noch nicht in Mode war, leisteten sich die Firmen noch Werkswohnungen oder Wohnheime, die sie ihren Beschäftigten anbieten konnten, um sie als Fachkräfte zu gewinnen. Dies führte zu einer stärkeren Firmenbindung und war für manchen Arbeitnehmer ein Argument, sich gerade für diesen neuen Arbeitgeber zu entscheiden. Wer einen Großteil seines Geldes für Miete ausgeben muss, für den ist ein Ausbildungsplatz in der Hochrhein-Region kein Thema. Oder die Firmen legen noch ordentlichen Mietzuschuss drauf.“

Das Ziel für die kommenden Monate wird es sein, die verantwortlichen ins Boot zu holen. Dazu gehören vor allem die Personalverantwortlichen in den Chemie- und Pharmabetrieben, die Arbeitsagentur in Lörrach, das Wirtschaftsministerium und die kommunalen Vertreter. Die ersten Gespräche zu dem Thema wurden bereits geführt.

Es wird Zeit, die Zukunft findet sonst ohne uns statt!

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